Buch (Leseprobe)

The Way of the Dead

 

Kapitel 1

 

Ich rannte. Ich wusste mir bleibt nicht viel Zeit, also musste ich rennen. Man ich hatte so viel Angst, so viel hatte ich mein ganzes Leben noch nie gehabt. Durch dunkele blutverschmierte Gänge des Krankenhauses, nur auf der Suche nach Penizillin und Antibiotika.  Mir wurde erst in dieser Situation klar, dass es doch besser gewesen wäre, jemanden von der Gruppe mit zunehmen. Wie konnte ich nur so stur sein? Ich meine, es wurde mir sogar angeboten, aber ich habe abgelehnt, weil ich niemanden gefährden wollte. Mal wieder habe ich nur an die anderen gedacht. Ich meine alleine, in dieser Situation ins Krankenhaus zu gehen, ist schon Lebensmüde, ohne überhaupt zu wissen, ob sich hier überhaupt noch Medikamente befinden, oder ob schon alles geplündert wurde. Aber ich habe diese Monster vergessen, diese Monster, die schon viele meiner Freunde auf dem Gewissen haben. In den letzten 2 Monaten seit dem Beginn der Katastrophe habe ich mehr Tote gesehen, als zu damaliger Zeit ein Soldat der im Irak war. Anfangs war es auch sehr schwer für mich, mit dieser Situation klar zu kommen, aber mittlerweile bin ich, was so was angeht, abgehärtet. Ich hörte sie hinter mir rennen. Schnell bog ich in einen Raum ab. Mir war bewusst, dass diese Entscheidung mein Leben hätte kosten können, aber ich wollte überleben. Ich schob alles vor die Tür, was ich finden konnte. Ich stieß den Schrank neben der Tür um und schob noch ein Krankenbett davor, danach schaute ich mich um. Ich befand mich in einem Patientenzimmer. Alles war da, was zu einem normalen Zwei-Bett Zimmer gehört. Zwei Betten, ein Fernseher, ein kleiner Tisch, zwei Stühle und ein Schrank. Ich hörte sie an die Tür kratzen. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken. Würde meine Konstruktion standhalten? Ich war mir nicht sicher, aber verstärken wollte ich sie auch nicht. Ich setzte mich erst mal auf das andere Bett und holte aus meiner Tasche die Zigarettenschachtel raus. Als ich sie aufmachte sah ich, dass ich nur noch fünf Stück hatte und mir wurde bewusst, dass ich in letzter Zeit ganz schön viel rauche. Aber das brauche ich, um zu entspannen und runter zu kommen. Also zog ich eine raus, nahm mein Feuerzeug aus der Hosentasche und zündete mir eine Zigarette an. Ich nahm sofort einen kräftigen Zug. Dieser Qualm in meiner Lunge tat richtig gut. Ich merkte sofort die Entspannung trotz diesem Kratzen von außerhalb der Tür.  Ich schaute aus dem Fenster und beobachtete die Wolken. Für einen kleinen Moment fühlte ich mich sorgenfrei. Doch ich wusste, dass dieser Moment nicht ewig hält. Der Grund, warum ich mich überhaupt dieser Gefahr aussetzte, war Medikamente zu finden und diese dann wieder mit zur Gruppe zu bringen. Wie es der Gruppe wohl jetzt ging? Ein bisschen Sorgen machte ich mir schon, aber ihnen wird schon nichts zugestoßen sein. Ob sie sich auch Sorgen um mich machten? Bestimmt. Ich versuchte mir Mut zu machen, in dem ich an die Abenteuer davor dachte, aus denen ich auch glücklicherweise heil rausgekommen bin. Bestimmt schaffe ich es diesmal auch wieder, schließlich bin ich ja ein zäher Bursche, aber das war nicht immer so gewesen. Damals vor der Katastrophe war ich eher ein zurückhaltender, jedoch sehr fauler Schüler gewesen, der sich nie wirklich mit den wichtigen Dingen des Lebens beschäftigte. Meine Hobbys waren damals zocken, mit Freunden chilln und sonst noch was Jugendlich im Alter von fast 18 Jahren machen. Jetzt, wo mir bewusst geworden ist, was ich für einen Wandel durchgemacht habe, wie positiv ich mich verändert habe, war ich schon ein bisschen Stolz. Wer hätte damals gedacht, dass ich Verantwortung für mich und andere übernehmen könnte? Sicherlich Niemand, noch nicht einmal meine besten Freunde. Bei dem ganzem in-Gedankenversunken-sein ist mir gar nicht aufgefallen, dass das Kratzen verstummt ist. Sollte ich wagen rauszugehen oder sollte ich hier noch warten? Ich beschloss, die Nacht hier zu verbringen und bereitete mein Nachtlager vor. Mein Nachtlager bestand eigentlich nur aus dem einen Bett und dem Schlafsack, den ich für solche Notfälle, wie diesem, immer in meinem Rucksack dabei hatte. Tja ich habe schnell gelernt auf alles vorbereitet zu sein, weil man sonst sehr schnell in Probleme herein rutschen kann. Als ich nun so auf meinem provisorischen Bett saß, wieder mal eine rauchend, dachte ich an die Zeit, wie alles Begann mit der Katastrophe….

 

Kapitel 2:

 

Alles begann, wenn ich mich recht erinnere, an einem warmen Apriltag. Ich hatte wie jeder Jugendliche mal wieder Schule. Die Osterferien waren gerade vorbei. Der Tag begann wie ein gewöhnlicher Schultag nun mal beginnt. Mein Wecker klingelt um 6 Uhr morgens, danach aufstehen, frisch machen, Zähne putzen, Anziehen, nen Snack frühstücken, Haare stylen mit Haarspray und danach ab zum Bus. Ich musste, wenn ich zum Bus wollte, ungefähr einen halben Kilometer bergauf laufen, weil im Erzgebirge die öffentlichen Verkehrsmittel  nicht auch in die wäldlichen Gegenden um Breitenbrunn vorgedrungen sind, und da ich in Antonsthal gewohnt habe, musste ich immer bis Antonshöhe laufen, aber keine Sorge, im Grunde genommen war es ein und der selbe Ort. Also lief ich diesen Berg hoch und dachte schon an meine Freunde, die ich gleich bei der Bushaltestelle sehen würde. Um genau zu sagen waren das Nick, Jonas und Philipp. Als ich oben ankam, stand Philipp schon da. Wir rauchten und so langsam kamen auch die anderen Beiden. Dann brauchten wir nur noch auf den Bus warten. Als wir schließlich im Bus saßen,  hörte ich wie ein paar Mitschüler darüber redeten, dass in den Nachrichten von einem Killervirus die Rede war, eine Mutation des Tollwutvirus,  der schon einige Menschen das Leben gekostet haben soll. Und das komischste an allem, dieser Virus sollte die Toten wieder zum Leben erwecken bringen. Ab da habe ich dann abgeschaltet, denn ich beziehe mich meist immer auf die Wissenschaft und zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich mich irren würde und die ganze Sache mit den Zombies echt wäre.  Also ging ich, als wir dann in der Schule waren, in meine Klasse. Die erste Stunde hatten wir Mathe, aber ich schaute lieber aus dem Fenster, denn in Mathe war ich von Anfang an ein Ass. Alle waren irgendwie angespannt, wegen der Sache mit den Untoten, aber die Lehrerin nahm darauf keine Rücksicht. Ich wurde auch an diesem Tag wieder öfters ermahnt, dem Unterricht mehr zu folgen, aber wie immer nahm ich auch darauf keine Rücksicht. Irgendetwas fesselte mich an dem Anblick des Schulhofes. Ob es meine eigene Unsicherheit war, wegen den Vorfällen kann ich heute nicht mehr sagen, ich weiß nur, dass etwas an diesem Tag mit dem Schulhof nicht stimmte. Und plötzlich sah ich, was alle befürchtet haben. Unser Hausmeister lief schleifend über den Schulhof, gefolgt von mindestens 20 weiteren Menschen, die eine ähnliche Gangweise an den Tag legten. Mir war in dem Moment nicht bewusst, was ich für ein Chaos verursacht habe, aber ich bin von meinem Stuhl aufgesprungen und sagte laut: ,,What the Fuck, was zur Hölle ist hier los? ‘‘ In diesem Moment begriff jeder was ich gesehen hab. Alle sprangen auf und rannten zu dem Fenster. Das verursachte so einen Lärm, dass die Schreie unserer Lehrerin, wir mögen uns doch wieder setzten und Ruhe bewahren, untergegangen sind. In so einem Moment ist es aber auch ziemlich schwer Ruhe zu bewahren, wenn man genau weiß, dass da draußen der sichere Tod auf einen wartet. Jeder von uns hatte mindestens einen Zombiefilm gesehen, also konnte sich auch jeder vorstellen, dass schon ein einziger Zombie das Ende der Welt bedeutet. Was keiner aus meiner Klasse wusste, ich war ein richtiger Zombiefanatiker. Ich habe mich sehr lange mit dem Thema beschäftigt, mir sogar einen Überlebensplan gemacht, falls wirklich so etwas passiert. Woher hätte ich wissen sollen, dass das wirklich eintrifft? In dieser Situation vergaß ich erst mal alles, was ich in meinem Plan einhalten wollte. Wer von euch wäre denn in diesem Moment in der Lage, einen Lage einen kühlen Kopf zu bewahren? Selbst die Lehrerin bekam so langsam Panik. Sie schloss den Klassenraum ab und wartete auf die erlösende Lautsprecherdurchsage. So langsam kehrte wieder Ruhe ein, weil sich nun jeder aus meiner Klasse ein Stück sicherer fühlte, da ja die Tür abgeschlossen ist, aber die Angst stand jedem ins Gesicht geschrieben. Jeder machte sich Sorgen um seine Familie und wie die Zukunft wohl jetzt aussehen würde. Aber so langsam kehrte mein Verstand wieder ein und ich erinnerte mich an meinen Plan. Der Plan bestand aus ganz einfachen Grundsätzen: 1. Fester und sicherer Unterschlupf finden und bewohnbar machen, 2. Vorräte sammeln und Medikamente beschaffen, 3. Waffen beschaffen, sowohl Nahkampf, als auch Fernkampf, aber ich saß ja jetzt im Klassenzimmer fest und konnte nicht einen Punkt dieser Liste erfüllen. Also hieß es jetzt Abwarten und Tee trinken. Und so verging mindestens eine gefühlte Stunde, mit gezwungenem Smalltalk zwischen den Mitschülern, nachdem sie mit ihren Handys versucht haben ihre Eltern zu erreichen. Bei den meisten hat es geklappt, aber die, bei denen es nicht geklappt hat, machten sich verdammt große Sorgen. Ich hatte gar nicht erst versucht zu Hause anzurufen, weil 1. hatte ich sowieso kein Geld auf meinem Handy und 2. hatte ich nicht das Gefühl, dass etwas mit meiner Ma, meinem Stiefpa und meinen Geschwistern passiert ist. Plötzlich kratzten die Lautsprecher und kurz darauf folgte eine Durchsage: ,,Die Schule kann für die Sicherheit der Schüler nicht mehr sorgen. Es sollen sich alle Schüler sofort zum Ausgang und auf dem schnellsten Weg nach Hause begeben. ‘‘ Ja genau, nur weil die Schule nicht mehr auf uns Schüler aufpassen kann, liefert sie uns dem sicheren Tod aus. Aber es hatte etwas Positives, endlich konnte ich meinem Plan nachgehen, aber dazu müsste ich erst mal heil aus der Schule rauskommen, denn jeder kann sich denken, wenn Panik ist, was passiert. Wenn irgendjemand die Türen auf macht, kommt eine Horde Zombies in die Schule. Also befolgte ich den dritten Schritt meines Plans. Ich ging in die Schulküche und auf der Suche nach eines der größten Messer, und durch Zufall hatten meine Freunde dieselbe Idee. Nick stand mit einer Baseballkeule von der Sporthalle da, Jonas und Philipp hatten sich schon Messer gekrallt. Als ich dazu stieß, begrüßten wir uns erst mal flüchtig und waren glücklich, dass uns nichts passiert ist. Ich erzählte von meinem simplen Plan und alle stimmten mir zu, dass es das Beste wäre, es  durch zuziehen, egal was passiert. Als wir gerade nach Draußen wollten, wurden wir überrannt. Wie ich es schon befürchtet hatte, wurden auch Schüler infiziert. Wir waren 4 gegen mindestens 30 Zombies, aber wir schlachteten uns Richtung Ausgang. Wenn man Zombies erledigen will, dann muss man das Gehirn der Infizierten stark beschädigen, dass bedeutete für uns, immer auf die Köpfe schlagen beziehungsweise stechen. Jeder passte auf den jeweils anderen auf und gab Rückendeckung. Das Blut der Zombies spritzte nur so an die Wände. In diesem Moment fühlte ich nur meinen Adrenalinpegel. Mein Herz raste. Ich wollte nur überleben. Schließlich haben wir es bis zum Ausgang geschafft, und ab da rannten wir. Wir rannten zum Wald in Richtung Antonshöhe. Erst als wir im Wald waren hielten wir an um zu verschnaufen.  Erst hier wurde uns so richtig bewusst, was wir gerade gemacht haben. Wir haben mal eben mindestens 2 Dutzend Zombies erledigt und sind dem Überleben ein Schritt näher gekommen.  Wir liefen in Richtung Antonshöhe, denn es war nicht weit entfernt. Nick hatte gehört, dass es seinen Vater schon erwischt hat. Er war darüber nicht sonderlich glücklich, konnte aber mit der Trauer relativ umgehen. Er war bestimmt schon bewusst, dass sein Vater nicht der einzige sei, den er noch verlieren würde, und damit hatte er auch Recht. Wir wussten alle nicht, wer von unserer Schule es noch geschafft hat zu fliehen. Nick erzählte zu meinem Glück, dass sein Vater eine große Waffensammlung hatte, mit allen Waffen, die man sich nur vorstellen kann, sogar mit reichlich Munition. Ich dachte mir nur so, dass es doch Bestimmung sei, dass ich mit Nick und den anderen fliehen konnte. Wir machten uns schon Pläne, wie es weiter gehen sollte. Der Weg nach Hause verlief dann relativ ruhig. Dennoch fühlte ich die innere Anspannung, gefolgt von dieser endlosen Angst. Ich hatte eigentlich noch viel vor in meinem Leben, jedoch machte mir diese Apokalypse einen Strich durch die Rechnung. Es konnte ja auch keiner vorher Ahnen, dass so etwas wirklich Realität wird. Naja zurück zu den Ereignissen.

3.1.15 14:40

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Josi / Website (3.1.15 18:56)
Richtig gut geschrieben bitte schreib auch weiter

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